Die Griechenlandkrise und unser Geldsystem

Immer wieder spannend, wie unsere Presse statt zu informieren, lieber die Interessen transnationalen Kapitals wahrnimmt.

Lesen wir die deutsche BILD (oder Spiegel), lesen wir von den „faulen Griechen“, die korrupt und ineffizient in ihrem Land herummurksen. Lesen die Griechen ihre BILD-Zeitung, die dort sicherlich anders heißt, sind die Deutschen böse und deren Regierungs-Chefin trägt einen Hitler-Bart.

So schüren konzertiert in beiden Ländern die Massenmedien Völkerhass ausgerechnet zwischen zwei Opfergruppen.

Denn es ist richtig, daß die Gelder für die Bailouts den Deutschen fehlen werden, sie bedeuten höhere Steuerlast für weniger Staatsleistung.

Gleichzeitig ist es richtig, daß die Griechen starke Rentenkürzungen und starke Lohnkürzungen bei deftig gestiegenen Steuern verkraften mußten. Dort ist also „unser“ Geld gar nicht angekommen.

Nanu? Wo ist es denn dann? Wer ist denn der Profiteur, der beiden Opfergruppen, Griechen wie Deutschen, das Geld in nahezu unvorstellbater Höhe wegnimmt? Kein Wort darüber in unseren Medien. Wirklich kein Wort?

Nein, der kleine Spartensender ARTE, dessen interessanteste Sendungen üblicherweise nachts zwischen 3 und 5 Uhr laufen, hat am 16. Mai für die Sendung „28 Minuten“ Vicky Skoumbi, Chefredakteurin von Alètheia, eingeladen, die bermerkenswerterweise folgendes öffentlich hat sagen dürfen.

„Griechenland vorgeblich gewährte Hilfe sei in Wirklichkeit eine Hilfe für die Gläubiger des Landes sei, und die aufeinander folgenden Rettungspläne nur dazu gedacht seien, diese Gläubiger vor einem Zahlungsausfall vonseiten Griechenlands zu schützen, dabei hätten sie das Land in eine Rezession gestürzt, mit einer Schrumpfung der Wirtschaft um etwa 20 Prozent, und es direkt in den Bankrott geführt.“

Außerdem sagte sie:

„die Konfrontation zwischen Deutschen und Griechen sei keine nationale, sondern finde zwischen zwei transnationalen Lagern statt; damit meine ich einerseits diejenigen, die, buchstäblich über Leichen gehend, die Interessen der Finanzsektors verteidigen, und andererseits diejenigen, die demokratische und soziale Rechte und schließlich das Recht auf ein würdiges Leben verfechten.“

Ja, sagen durfte sie das, aber gesendet hat es ARTE nicht. Es wurde heimlich und ohne Rücksprache herausgeschnitten und auch so, daß man als Zuschauer diese wesentlichen Zensureingriffe nicht mitbekommt.

Da ihre Beschwerde dazu in deutschen Medien erst gar nicht veröffentlicht wurde, hier ein aus dem Ausland übersetzter Artikel zu Zensur im deutschen Fernsehen, wenn es um die tatsächlichen Hintergründe und die wahren Profiteure unseres Geldsystems geht.

http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=7401

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