Ist Geld ein alchemistischer Prozeß?

Ist Geld vielleicht ein alchemistischer Prozeß?

Müssen wir gar nur den Stein der Weisen, den lapis philosophorum finden, um Geld zu verstehen?

Sind unsere Homöopathen vielleicht moderne Alchimisten und wissen bessere Antworten auf unsere Fragen als die Geldtheoretiker und Ökonomen?

Hier berichtet ein Homöopath von einem Alchemisten:

Zitternd vor Müdigkeit und Erschöpfung griff die Hand des Alchemisten nach der dampfenden Phiole mit dem Merkur Der Weisen oder – wie er den Stoff wegen seiner klärenden, besänftigenden Qualität auch nannte – der Weißen Jungfrau.

Mit der anderen Hand nahm er die Schale mit dem Sediment, welches aus dem Königswasser mit dem aufgelösten Gold zurückgeblieben war. Er schüttete es in die Phiole. Die Luft roch schwer und beißend und sie legte sich wie ein öliger, ätzender Film auf seine Bronchien.


Das Gold wird dem Menschen gefügig gemacht
The Alchemist‘s search of the philosophers stone (Joseph Wright of Derby, 1771)

Im flackernden Schein der Öllampen sah man, dass der Mann aufgeregt war. Sein Herz raste. Er war besessen von dem Ziel, das Große Werk zu vollbringen, ihn endlich zu gewinnen – den Stein der Weisen, von dem die geheimen Bücher berichteten.

Dies würde der Stoff sein, der den Menschen wieder vereinen würde mit dem Licht, wieder vereinen würde mit Gott, der sich in diesen dunklen Tagen völlig aus der Welt zurückgezogen haben schien.

Die Erde schrie nach Gott! Krankheit, Verwüstung, Raffsucht und finstere Kriege hatten aus der Erde ein Jammertal gemacht. Und er wusste, es würde vergebens sein, Gott mit sehnenden Worten anzuflehen, er möge sich dieser gefallenen Welt noch einmal annehmen.

So mochten es der Pöbel und einige der besser gestellten frommen Herren noch immer tun. Nein! Gott musste gezwungen werden durch die Magie, musste vereint werden mit der Substanz – denn nur in Form einer Substanz konnte Gott dem Erd-Element wieder einverleibt werden.

Diesen Drang, die Welt zu heilen von ihrem rohen Wesen, hatte er schon als junger Mann in sich verspürt. Nach Jahren des Meditierens als Pilgerer und Wanderpriester wurde ihm klar – die Heilung dieser Welt kann nur eine alchemistische sein! Das Rufen nach Gott genügte nicht mehr. Es verhallte ungehört in der Welt.

So begann er zu forschen, lernte bei Apothekern und Quacksalbern. Bald konnte er sich durch manch hülfreiche Tinktur, welche er an die reicheren Herren verkaufte, ein Zubrot verdienen, mit dem er sein besessenes Suchen und Forschen finanzieren konnte.

In der Stille der Nacht beim Schein von Fackel und Öllampen saß er, las, rührte, kochte, pulverisierte und verdampfte. Nebulös und vieldeutig waren die Andeutungen in den Texten seiner Vorgänger. Hatte schon einer von ihnen den Stein der Weisen wirklich gefunden?

Oder hatten sie alle vergebens bis ans Ende ihrer Tage gesucht? Der Göttliche Geist – das schien allen sicher – war im teuersten aller Stoffe, dem gelbglänzenden Aurum (= Gold) gebunden.

Doch dieses Material – so weich und formbar es auch war – schien von unglaublicher Beständigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen alles Versuche, es in seiner Struktur aufzuschließen. Nichts griff es an. Nichts konnte es in seiner Konsistenz erschüttern. Der Geist Gottes schien wie versiegelt.

Seit Jahren liefen alle seine Versuche darauf hinaus, einen Weg zu finden, das unangreifbare Gold lösbar zu machen. Es musste einem alchemistischen Verwandlungsprozess unterzogen werden, an dessen Ende es schließlich wie befreit vorläge, bereit sich mit allen möglichen anderen Stoffen auf friedliche Art zu verbinden.

Dann endlich könnte es Gottes heilsame Wirkung in den menschlichen Körper bringen.

Quelle: http://www.engon.de/c4/files/aur-mur_001.htm

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