Wie Geld unseren Kindern erklärt wird

Um Geld zu verstehen, reicht es vielleicht, einfach einmal wieder die Schulbank zu drücken. Denn, welcher Begriff von Geld wird eigentlich unseren Kindern erzählt?

Das Sparkassen-Städtchen „Knax“ für die ganz Kleinen

Das staatlich geförderte Sparkassensystem betreibt eine „Geldaufklärung“ an den Schulen in Deutschland, die unter dem Logo „KNAX“ betrieben wird.

Knax ist eine ehrliche kleine Stadt, die auch eine Sparkasse und einen Räuber hat.

Interessanterweise hat das ganze Dorf Knax keinen einzigen Schuldner – obwohl Zinsen gezahlt werden. Ist das nun ein Zufall? Oder vielleicht bewußte Fehlinformation? Vielleicht wurden die Schuldner auch nur vergessen, die Zeitschrift wird ja von Bankern herausgegeben. 🙂

Neben diesen lustigen Comic-Heftchen, die den Kleinen Geld als Ding suggerieren, als Wertspeicher, in denen die Arbeit (Hund ausführen, beim Abtrocknen helfen) gerinnt und für spätere Bonbons aufbewahrt werden können, gibt es für die etwas Größeren aufklärende Texte eigentlich gleichen Inhalts.

Die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Bildung e.V., Bonn, hat in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbank, Dr. Adalbert Kitsche und Prof. Dr. Heinz Markmann für die Sekundarstufe II in den Jahren 2002/2003 folgendes als Schullektüre herausgegeben:

Der Originaltext ist in kursiv, die kritischen Anmerkungen dazu der interessanten Seite miprox.de entnommen. In Klammern mein Senf.

Funktion des Geldes für die Sekundarstufe II

Geld ist zunächst ein allgemein akzeptiertes Tauschmittel. Es wird entsprechend der Waren und Dienstleistungen, die man dafür kaufen kann, bewertet. Deshalb spricht man beim Geld auch von einer „Anweisung auf Güter“. Geld wird auch zur Abdeckung von Verpflichtungen, wie etwa Schulden, benutzt. In diesen Fällen geht es nicht um einen Austausch von Gütern, sondern um so genannte Finanztransaktionen. Insoweit spricht man besser von der Funktion des Geldes als Zahlungsmittel. Diese Zahlungsmittelfunktion lässt sich anhand des so genannten Geld- und Güterkreislaufs verdeutlichen. Damit lassen sich die vielen Transaktionen, die mit Geld in der arbeitsteiligen Wirtschaft abgewickelt werden, systematisieren. Transaktionen laufen hauptsächlich über Märkte. Dabei wird grundsätzlich zwischen Märkten für Waren und Dienstleistungen – so genannten Gütermärkten – und Märkten für Produktionsfaktoren (Arbeit, Boden, Kapital) unterschieden.

(Zu dem Märchen der Produktionsfaktoren wird hier noch ein Beitrag verlinkt)
Wenn ich heute im Supermarkt meine Lebensmittel besorge und an der Kasse dann mit der Bankomat- oder mit der Quick-Karte zahle, so wird mir deutlich bewusst, dass ich dabei nichts tausche. Es wird allein von meinem Gehaltskonto bei meiner Bank der bezahlte Betrag abgebucht und dieser dem Konto des Supermarkts bei dessen Bank zugebucht.

Dabei liegt auf meinem Konto keine bestimmte Summe Geldes in verschiedenen Banknoten. Ich habe lediglich eine Forderung in besagter Höhe gegen die Bank, festgehalten auf meinem Konto bei der Bank, der buchhalterisch eine gleich große Verbindlichkeit der Bank mir gegenüber gegenübersteht. Beim Bezahlen reduziert sich meine Forderung gegen die Bank, so auch deren Verbindlichkeit mir gegenüber, nicht aber die Gesamtverbindlichkeit der Bank bzw. des Bankensystems. Es wird nur ein Teil der ursprünglichen Verbindlichkeit mir gegenüber in eine Verbindlichkeit gegen den Supermarkt übertragen.

Diese Übertragung äußert sich nur in den Kundenkonten der Banken, nicht aber in der konsolidierten Bilanz der monetären Finanzinstitutionen. Es ändert sich nichts an der Gesamtsumme der Forderungen und Verbindlichkeiten. Nur die Kontenzuordnung ändert sich.
Aus dieser konsolidierten Bilanz wird nun aber deutlich, dass Geld keine Tauschware, kein Ding mehr ist, das als solches irgendwann einmal gegen ein anderes Ding getauscht worden ist und seitdem im Kreislauf ist.

Auch das Zentralbankgeld, das noch die Erscheinungsform eines Dings hat, kommt nicht im Austausch gegen ein anderes Ding, eine andere Ware, in den Kreislauf.

Wie wir aus der Bilanz der Zentralbank sehen, gelangt das ZB-Geld über einen

– Zentralbankkredit
– oder ein Wertpapier – Pensionsgeschäft

an die Geschäftsbanken und von diesen gleichfalls über einen Kredit an eine Nichtbank (Unternehmen, Haushalte, Staat) in den Kreislauf. In beiden Fällen aber haben die Geschäftsbanken schon zu einem früheren Zeitpunkt Kredite „aus dem Nichts“ vergeben, bei denen sie jene Wechsel oder Wertpapiere als Sicherstellung hereingenommen haben, die sie nun für die Bereitstellung von Bargeld an die Zentralbank abtreten.

Am Anfang ist der Kredit. Der Kredit einer Geschäftsbank. Und der Kredit wird zu Geld. Das ist das Neue an unserem heutigen Geld, das ein Geld des Industriekapitalismus ist. Der Kredit – also Verschuldung – steht am Anfang.

Geld kann die genannten Funktionen nur solange erfüllen, wie es „wertvoll“ bleibt. (Ich halte es für irreführend, den Begriff „Wert“ ins Geld zu tunken, da es schlichtweg keinen Wert hat. „Kaufkräftig“ halte ich für präziser) Man ist nur dann bereit, Waren gegen Geld herzugeben, wenn man darauf vertrauen kann, dass der Gelderlös nicht unter den Händen zerrinnt. Auch als Recheneinheit eignet sich Geld nur, wenn es stabil ist. Das Vertrauen in unser Geld und seine Wertbeständigkeit bilden deshalb die Grundlage des Geldwesens. Sie ist auch die Voraussetzung für das Sparen. Man kann über angespartes Geld zu einem späteren Zeitpunkt verfügen.

Da am Anfang der Kredit ist, und Geld aus dem Kredit hervorgeht, fallen somit auch am Anfang schon bei der Geldbereitstellung Soll-Zinsen (Kreditzinsen) an. Bereits die Geldbereitstellung ist mit Zinskosten verbunden.

Wer heute 100.000 Euro in einer Bank einzahlt, zahlt nicht eine „Sache“ ein, sondern er übergibt der Bank eine Forderung. In Forderungen kann aber nicht „gespart“ werden. Forderungen eignen sich nur zur Abtretung (Zession). (Das bedeutet auch, wer 100.000 Euro in bar mit sich herumträgt, trägt lediglich Schulden, unerlöste Schulden von Schuldnern mit sich herum)

Da sämtliche Forderungen immer gleich hohen Verbindlichkeiten (Schulden) entsprechen, bedeutet „Sparen“ heute immer nur die Minderung von Verbindlichkeiten, gesamtwirtschaftlich natürlich.
(Und damit auch die Minderung von Vermögen)

Würden alle Banknoten an die Banken, aus denen sie letztlich nur ans Publikum gekommen sein können, da nur Banken Zugang zur Notenbank haben, zurückgegeben („gespart“), würden die Banken die Noten sämtlich an die Notenbanken zurückgegeben, da sie das Publikum nicht mehr benötigt.

Die „Ersparnisse“ wären physisch verschwunden. Was bliebe, wären Ansprüche des Publikums, wieder mit Banknoten ausgestattet zu werden, sobald die „Sparfrist“ abläuft. Um sich die dann benötigten Banknoten zu beschaffen, müssten die Banken wieder in Geschäftsbeziehung zur Notenbank treten und sich dort – gegen Hinterlegung dass ZB-fähiger, also bereits existierender Schuldtitel – die benötigten Beträge in Form von Banknoten abholen.

So wenig wie es Nettogeld geben kann, kann es also Nettoersparnisse geben. Dies gilt auch sub summe aller Volkswirtschaften, auch wenn der Augenschein uns anderes zu lehren scheint, nämlich wenn wir Leute sehen, die Geld „in Händen haben“ oder „sparen“. Es können immer nur einzelne sein, niemals alle.

Geld ist also auch ein Wertaufbewahrungsmittel.

Der Zustand ist heute, dass die Zentralbank einen Geldschein gar nicht mehr einlöst.

Das Prinzip ist, dass ein Geldschein nur noch gegen Sicherheit verliehen wird, und dass der Schuldner des Geldscheines genug Willen, Antrieb und Ertragskraft hat, um die Schuld zurückzuzahlen.
Das und das Vertrauen der Bevölkerung verleihen dem Geld heute seinen „Wert“.

Da Banknoten Schuldscheine sind, und Giro- und andere Konten nach dem gleichen System arbeiten, ist die Geldmenge im System immer gleich der Schuldenmenge (doppelte Buchführung)

Ein Darlehensgeber z.B. verzichtet – zumindest zeitweise – auf die Verfügbarkeit, wofür er eine Entschädigung in Form von Zinsen verlangen kann.

Der Zins selbst kann nur realisiert (nicht hochgebucht) werden, indem zusätzliches BIP erscheint.

Das Erscheinen von zusätzlichem BIP resultiert aus dem Zwang zu zusätzlicher Produktion, der sich aus den vorangegangenen Kontrakten ergibt.

Wird der Zins nicht durch Mehrprodukt erwirtschaft, kann er hochgebucht werden (Prolongation), sofern der Gläubiger einverstanden sind.

Also zum „Gesetzlichen“. Das wird nicht gegen Zins von der ZB ausgegeben. Das hört sich nur so an, aber die ZB selbst hat kein Geld (etwa aktiv verbucht), das sie gegen Zins verleihen könnte, sondern „schafft“ es.

„Geld“, also das „Gesetzliche“ gibt’s erst, wenn es über den Tresen der LZB gewandert oder in ihren Büchern passiv gelandet ist (gegen die erwähnte Verpfändung).

Der ZB-Zins ist also kein Zins, sondern ein Schnippeln an dem Zinssatz, der auf den Schuldtiteln selbst liegt. Klartext: Eine Steuer. Banknoten- oder ZB-Geld-Steuer.

Geld ist übrigens nicht das einzige Mittel der Wertaufbewahrung. Kaufkraft kann man auch ansammeln, indem man beispielsweise Wertpapiere oder Immobilien kauft. Diese Anlagen werfen einen Ertrag in Form von Zinsen oder Mieten usw. ab. Sie sind jedoch nicht liquide und lassen sich unter Umständen nur mit Verlusten verkaufen und so wieder in Geld zurückverwandeln.

Zentralbankgeld kann nicht wirklich „fließen“ oder „umlaufen“; tatsächlich wird es lediglich zediert.

Aus diesen Überlegungen wird nun aber auch ersichtlich, dass nicht Geld, sondern Verschuldung – und zwar eine wachsende Verschuldung, damit die Vorschuldner jeweils Gewinne lukrieren und Zinsen zahlen können – von Hand zu Hand vorwärts in die Zukunft läuft, wobei die „alte“ Verschuldung durch eine „neue“ Verschuldung abgelöst wird. Womit Geld aber gewissermaßen von den neuen Schulden immer zurück in die Tilgung der alten Schulden läuft. Folglich muss auch immer wieder „neues“ Geld entstehen, um alte Schulden aufzulösen, womit dieses Geld wieder vernichtet wird.

Die Druckereien liefern die fertigen Noten in großen Paketen an die Hauptverwaltung der Bundesbank. Bei ihnen werden die Banknoten von den Kreditinstituten abgeholt. Über die Geschäftsbanken gelangt das Geld dann an die Unternehmen, die privaten Haushalte usw. (Herrlich: Geld als Ding, und die lieben Kreditinstitute holen die Dinger dann ab und irgendwie „gelangen“ sie dann an die Haushalte)

Und nun zu der oben erwähnten „Bearbeitungsgebühr“ der ZBs. Der allgemein benutzte Begriff hierfür lautet wohl „Leitzins“. Da ein Zins aber zwingend einen Kredit voraussetzt, die ZBs, wie oben beschrieben, aber keinen Kredit vergibt, müßte anstatt Leitzins eher „Steuer“ oder „Monopolprämie“ eingesetzt werden. Diese „Geldherstellungssteuer“ wurde nach Schaffung und Ausgabe des Bargeldes oben auf die vereinbarte Summe draufgesetzt.

Vereinbarte Summe Bargeld plus „Schaffungssteuer“ gleich Gesamtsumme der Rückzahlung.

Nebenbei, deshalb ist es Unsinn von einer Geld“menge“ zu sprechen, da es eine „Summe“ ist.

Diese „Steuer“ war aber vorher noch nicht vorhanden, da ja erst durch den „Monopolgeldhersteller“ -den ZBs- oben aufgesetzt.

Wie also kommt eine Geschäftsbank an „Mittel“ zur Rückzahlung der „Steuer/Prämie“? Es gibt nur eine Möglichkeit, sie muß zusätzliche, später fällige Kredite an die ZB verpfänden, um so von der ZB dagegen neues Bargeld zu erhalten. Um hierauf die gleiche „Steuer“ wieder zahlen zu müssen, mit „new Credits“ plus „Steuer“, new Credits“ plus „Steuer“, „new Credits“ plus „Steuer“ usw. usw.

Eine Mehrfachverwendung von GZ in dem Sinne, dass zunächst mit dem Schuldtitel selbst und dann ein weiteres Mal (oder sogar viele weitere Male) mit dem als GZ fungierdendem, auf diesem Schuldtitel basierendem ZB-Geld „bezahlt“ werden kann (sogenannter „Geldumlauf“) ist nicht möglich.

Eine zunehmend große Rolle spielen dabei die Bargeldautomaten (cash dispenser). Das Bargeld wird von den Empfängern wiederum für eigene Aufwendungen eingesetzt oder als Einlage auf die Bank oder Sparkasse gebracht. Diese behalten es nur zu einem kleinen Teil für Auszahlungen in ihren Tresoren. Was sie entbehren können, bringen sie zur Bundesbank, die es ihnen auf einem Girokonto gutschreibt. So schließt sich der Kreis.

Geld und Schulden sind somit buchstäblich die beiden Seiten einer Münze. Wenn wir alle schlagartig unsere sämtlichen Schulden zurückzahlen müßten, würde das Geld aus unserer Welt verschwinden, weil der gesamte Prozeß der Schaffung des Geldes weiter oben beschrieben als „Alchemie des Geldes“ sich damit umkehrte. Die Rückzahlung aller Kredite hätte in der Tat die Auflösung aller Einlagen zu Folge. Selbst das Zentralbankgeld würde sich in Luft auflösen, wenn die Regierung ihre Schulden zurückzahlen könnte.

Da in den Aktiva der ZBs – bis auf Gold – aber kein Bargeld steht, muss es bei Eingang/Rückzahlung logischwerweisen wieder verschwunden sein. Womit wir die verblüffende, aber logische Kenntnis erlangen, dass bei theoretischer Rückzahlung ALLER Schulden ALLES Geld weg wäre. Puff, weg !
Gleichzeitig verschwindet auf der Aktivseite die Summe der Kredittitel, die bei ihr von den Geschäftsbanken verpfändet wurden.

Würden alle Banknoten an die Banken, aus denen sie letztlich nur ans Publikum gekommen sein können, da nur Banken Zugang zur Notenbank haben, zurükgegeben („gespart“), würden die Geschäftsbanken die Noten sämtlich an die Notenbank zurückgeben, da sie das Publikum nicht mehr benötigt.
Die „Ersparnisse“ wären pyhsisch verschwunden.

Je wertvoller eine Banknote ist, um so pfleglicher wird sie behandelt, um so seltener geht sie von Hand zu Hand und um so länger ist ihre „Lebenszeit“. So blieben die früheren Tausendmarkscheine eineinhalb Jahre im Umlauf. Eine Ausnahme machte der Fünfmarkschein: Er „lebte“ durchschnittlich sechs Jahre. Dies kam offensichtlich daher, dass kleinere Beträge überwiegend mit Münzen bezahlt werden.
(Völlig irrelevant, wie lange das „Ding“ Geld „lebt“, verschleiert aber erfolgreich den Schülern den Verschuldungsvorgang)

Geldschöpfung und ihre Begrenzung

Nachdem wir uns einen Überblick über die Bankgeschäfte und das Giralgeld verschafft haben, bleibt noch die Frage offen, woher denn das viele Giralgeld kommt. Dies ist eines der interessantesten, aber auch der schwierigsten Kapitel des Geld- und Kreditwesens. (Herrjeh, „schwierigste Kapitel“ oder einfach nur nichts verstanden?) Wir haben bereits gesehen, wie Giralgeld durch Einzahlung von Bargeld auf Girokonten entsteht. (O Jammer und Not, es ist genau andersrum) Diese „passive“ Form der Giralgeldschöpfung, bei der sich die gesamten Geldbestände der Wirtschaft (Giralgeld plus Bargeld) nicht ändern, bedarf keiner besonderen Erläuterung mehr.

Eine ZB verwandelt immer nur bestehende Kredite in ZB-Geld.
Am Anfang ist der Kredit. Der Kredit einer Geschäftsbank. Und der Kredit wird zu Geld. Das ist das Neue an unserem heutigen Geld, das ein Geld des Industriekapitalismus ist. Der Kredit – also Verschuldung – steht am Anfang.

Nun deutet aber schon die Höhe des Giralgeldvolumens darauf hin, dass das Bankensystem darüber hinaus in der Lage ist, durch Gewährung von Krediten aktiv Giralgeld entstehen zu lassen und damit die Geldmenge insgesamt zu erhöhen.

Es gibt keine Geldmengen, auch keine Geldvolumina, sondern nur Geldsummen.

Das Prinzip wollen wir uns an dem nachfolgendem Beispiel einmal klar machen:

Alle beteiligten Banken schaffen Giralgeld. Die Bank A ermöglicht damit dem Industrieunternehmen, die notwendigen Rohstoffe zu kaufen. Die Bank B finanziert den Wareneinkauf der Großküche bei dem Lebensmittelhändler. Die Bank C ermöglicht weiteren Unternehmen mit Hilfe von Krediten Geschäfte zu machen. So pumpen die Kreditinstitute ununterbrochen Geld in die Wirtschaft, das dort gebraucht wird.

Nix wird „gepumpt“!
Es liegt ausschließlich an der Kreditaufnahmebereitschaft des Publikums, wie sich eine Wirtschaft entwickelt. Jede Banknote, die das Publikum haben will, muss sich das Publikum bei den Banken leihen.

Also muss es sich jemand „leihen“, so dass wir in einem System leben, das die alten Schuldner nur erlösen kann, indem immer wieder neue „Nachschuldner“ dazu kommen. Fielen sie eines Tages aus, würden alle vorangegangenen Schuldner logischerweise sämtlich pleite gehen.

Dabei kann die Menge an Giralgeld – um bei unserem Beispiel zu bleiben – sogar unbegrenzt wachsen.

Wich hoch sich Kredite/Schulden bereits aufgetürmt haben, ist als solches zunächst unerheblich.

Entscheidend bleibt immer, ob diese Kredite/Schulden durch zusätzliche Kredite/Schulden am Leben erhalten werden.

Kommt es wegen der bereits existierenden Höhe der Kredit- bzw. Schuldensummen zu einer Stockung bzw. einem Rückgang bei der Schaffung neuer Kredit- bzw. Schuldverhältnisse, ist der kritische Punkt des gesamten Systems erreicht (sogenannte „Überschuldung“)

Wird die Überschuldung allgemein, stürzen sämtliche bereits existenten Kredit- bzw. Schuldverhältnisse in sich zusammen.

Das scheint wie Zauberei: Die Banken schöpfen anscheinend selbst Geld, ohne die Deutsche Bundesbank nötig zu haben. Aber so einfach ist das alles doch nicht. Die Bundesbank kann die Geldvermehrung der Banken nämlich kontrollieren. Zunächst ist eine Art Steuerung zu nennen, bei der die Bundesbank zwangsläufig ins Spiel gebracht wird.

Wir sind völlig abhängig von den Geschäftsbanken. Jeder Dollar, der umläuft, sei es als Bargeld oder Buchgeld, muss von jemandem geborgt sein. Wenn die Banken reichlich Geld aus dem Nichts erzeugen, geht es uns gut, wenn nicht, verhungern wir. Es gibt nicht so etwas wie ein dauerhaftes Geldsystem. Wenn man das erst einmal wirklich verstanden hat, erscheint das Absurde dieser hoffnungslosen Situation fast unglaublich, aber so ist es. Es ist wohl der wichtigste Sachverhalt, über den intelligente Menschen sich jetzt klar werden und nachdenken müssen. Es ist so wichtig, dass ein Zusammenbruch unserer gegenwärtigen Zivilisation auf dem Spiel steht, wenn es nicht allgemein verstanden wird und die Fehler rasch korrigiert werden.
Robert H. Hemphill, Credit Manager der Federal Reserve Bank, Atlanta, GA, USA

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5 Antworten zu Wie Geld unseren Kindern erklärt wird

  1. jacquesha schreibt:

    Na, das geht aber bereits zu Beginn daneben. Der Beginn (Sekundarstufe) trifft den Kern. Geld ist ein Tauschmittel. Dieses Tauschen betrifft nicht nur Waren, sondern natürlich ebenso Dienstleistungen. Wenn der Autor behauptet, an der Supermarktkasse fände kein Tausch statt, so muss man ihn fragen, ob er denn die für sein Geld keine Waren mitnimmt.Selbstverstänldich tauscht er auch dort Geld gegen Ware. Die weiteren Transaktionen sind interner Art. Auslöser dieser Transaktionen ist und bleibt aber der Warenkauf.
    Das Problem der heutigen Zeit ist genau das, was im Artikel beschrieben wird, nämlich die Perversion des Tauschmittels (Geld) zur Ware. Viele der – meist aus den USA importierten – Transaktionen Wetten. In diesen Fällen steht oftmals – nicht immer – dem Geld weder eine Ware noch eine Dienstleistung entgegen. Hier wird Geld dann rein virtuell generiert.
    Damit ist allerdings die Funktion des Geldes unterlaufen und muss zu Problemen führen.

    • Kurator schreibt:

      Das ist schon richtig mit dem Warenkauf, er tauscht sie jedoch nicht gegen eine andere Ware (sein Fahrrad, sein selbstgemaltes Bild) und auch nicht gegen ein Ding-Geld, sondern zediert eine Forderung, die er gegenüber der Bank hat. Altes Geld ist kein Ding, sondern ein geistiges Verschuldungsprodukt, entweder in digitalen Zahlen repräsentiert oder als Papierschein verdinglicht zum Spazierentragen.

  2. Kieslaster schreibt:

    Der erste Satz “ Geld ist zunächst ein allgemein akzeptiertes Tauschmittel“ ist schon
    irreführend. Was heute landläufig als Geld bezeichnet wird ist kein allgemein akzeptiertes
    Tauschmittel, sondern ein staatlich oktroyiertes Zahlungsmittel welches vermutlich kein
    Mensch akzeptieren würde wenn es eine bessere Alternative gäbe.

    • Kurator schreibt:

      Eine besser-konstruiertes Zahlungsmittel gibt es http://rheingoldregio.wordpress.com
      Eine Alternative zum alten Euro kann es jetzt nicht sein, weil, wie Sie richtig bemerken, der Euro uns als Steuertilgungsmittel aufgezwungen ist, jedoch kann Rheingold eine sinnvolle Additive zum Euro sein, dessen zukünftiges Schicksal ja eh schon bestimmt ist.

  3. Tommy Rasmussen schreibt:

    Geld noch einfacher erklärt :
    Die Schuldscheine dienen der ‚Hochfinanz‘ nur zur Absicherung, dass nicht mehr Kaufkraftgeld kreiert wird als Sicherheiten vorliegen. Der Staat selbst gehört der ‚Hochfinanz‘ – und sie bestimmt das Gesetz, welches ihr (der ‚Hochfinanz‘) das Monopol über die Geldkreierung sichert. Die durch Staatsverschuldung kreierte Geldnachfrage wird in Blasen gelenkt, die man dann wieder platzen lässt um neue Nachfragen entstehen zu lassen. Bei dieser Bankenkrise (= jetzt Staatskrise) handelt es sich nur um eine Entschuldung des Systems und Einschmelzung der zuviel kreierten Gelder. Damit die KARTELLEIGENEN Syndikate, Konzerne und Nationalstaaten, nicht pleite gehen, hat die Hochfinanz eine Sonderwährung (= auch nur Computernullen) erfunden: SDR (Special Drawing Rights) werden GRATIS vom IWF ausgestellt.

    Bei den Wahlen handelt es sich nur um die Nominierung von PR-Politiker die dem Syndikat nach aussen gegenüber dem Volk dienen und dieses mit Lügen beruhigen. Sie betreiben die Politik gleichsam einem Kasperletheater.

    Der Staat ist eine GmbH, wie offenkundig auf diesem Link:

    http://www.deutsche-finanzagentur.de/de/startseite/

    links oben ausgewiesen ist. Dies ist das Kernstück des einstigen Deutschen Staates. Alles andere ist darum herum ist firmenmässig organisiert. Die Abteilungsleiter dieser GmbH nennen sich Minister, sind aber lediglich PR-Manager für die einzelnen Bereiche. Wer das Volk nicht erfolgreich anlügt, wird abgelöst.

    Es drehte sich nie ums Geld sondern immer nur um die Macht. Nur das Volk der Hamster denkt bei Geld an einen Haufen, an Arbeit und gehen davon aus dass es wertvoll und begrenzt verfügbar wäre. Sie erkennen nicht, dass es beliebig gedruckt werden kann.

    Die Verschuldung von Staaten übernahm die ‘Hochfinanz’ immer selbst. Die Ressourcen hat sie sich ebenfalls samt und sonders (sozusagen als Sicherheit) unter den Nagel gerissen.

    Damit ihr keiner in die Quere kommt, gibt es ein unauffälliges Bankenrating von AAA bis A und B gesteuert, welches es der ‘Hochfinanz’ und ihren kartelleigenen Banken immer erlaubt, die billigsten Staatskredite zu offerieren.

    Diese Staatsschuldscheine sind die Basis für unser Geldsystem, aus denen dann das Zentralbankgeld entsteht, welches alle Banken erwerben müssen um dagegen ‘Kaufgeld’ für die Hamsterradläufer zu kreieren.

    Der Staat der nur zum Zweck der Verschuldung gegründet wird, verschuldet sich bei seinen Gründervätern, der ‘Global Governance und ihren Investmentbankern’ auch ‘Hochfinanz’ oder ‘Mafia’ genannt und verpflichtet sich die Schuld und den Zins über sein Steueraufkommen abzudecken und zurückzubezahlen. Er verlagert damit die Verantwortung für die Rückzahlung auf das Volk und knebelt dieses zum Unterwurf unter die Macht des Geldes. Natürlich wurde der Zins nie kreiert und ist somit nicht existent und daher technisch nie Rückzahlbar. Zins kann folglich immer nur aus erneuter Verschuldung kommen. Das stört weiter keinen, weil der Staat (als Gebilde der ‘Hochfinanz’) nie beabsichtigt oder in der Lage ist, diese Schuldsumme je wieder abzutragen. Das Geld würde durch die Rückzahlung wieder storniert und damit vernichtet und verschwinden – wie bei allen Schuldtilgungen. Geld ist nun mal kein Haufen sondern ein buchhalterischer Vorgang und alle Rückzahlungen buchen nun mal das Konto auf Null. Das Geld verschwindet genau gleich wie es entstanden ist – aus dem NICHTS.

    Der endlose Wachstumszwang wurde dadurch von der ‘Hochfinanz’ in das System mit eingebaut.

    Der Zins zwingt alle Schuldner in das Hamsterlaufrad – der Staat ist der ‘Hochfinanz’ verpflichtet, die ihn gegründet hat, nicht etwa dem Volk. Die Bürger sind letztlich die Untertanen des Staates, und alle arbeiten somit für die Mafia.

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