Warum Wirtschaftskrisen eigentlich Geldkrisen heißen müßten

Einleitung
Hier geht Ralf Prengel der Frage des Ursprungs des Geldes nach.

Vermutlich war der Anlaß seiner Überlegungen ein versehentliches Gespräch mit einem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank, der den -urlaubsbedingt abwesenden- Sachbearbeiter für Öffentlichkeitsarbeit irgendwie falsch, zumindest nicht sachgerecht vertreten hat. 🙂

Vielleicht verstehen wir nach der Lektüre unseren armen Wirtschaftsminister, der auch durch Verschleuderung unseres Volksvermögens an die Geldvermögensbesitzer nichts retten wird.

Vielleicht verstehen wir jetzt, weshalb uns Horst Köhler als Bundespräsident eingesetzt wurde. Ein erfahrener Mann, der weiß, wie man mit blühenden Volkswirtschaften (Argentinien) im Sinne der Kreditgeber umzugehen hat. Weshalb Wulff mit seinen Bedenken zum Fiskalpakt gehen mußte.

Vielleicht sehen wir jetzt die Notwendigkeit der Pflegeversicherung, um jede Tätigkeit wie Popo-Abwischen zinspflichtig für die Vermögensbesitzer zu kapitalisieren.

Auch das lebensnotwendige Wasser muss privatisiert werden und wird es jetzt ja auch. In Manila spenden bereits Münzautomaten gegen ein Drittel des täglichen Tagelöhnerlohns für die Ärmsten ein schlackiges Wasser, ausreichend, um diese Menschen arbeitsfähig zu halten.

Wir werden auch erkennen, dass der 1-Euro-Job nur der Anfang ist, der uns lehrt, dass nicht diejenigen, die die Arbeit tun, das Geld verdienen, sondern diejenigen, die das Geld verdient haben.

Vorwort von Ralf Prengel
Soeben erleben wir die Opel-Krise und vernehmen immer wieder mit Erstaunen, dass der Mutterkonzern General Motors auch in den USA im operativen Geschäft kein Geld verdient

Insgesamt steht die Firma aber trotzdem nicht ohne Gewinne da. Genauso ist es bei Ford, wie wir vor einigen Tagen erfahren haben.

Das Geheimnis liegt in der Tatsache, dass sich beide Unternehmen inzwischen zu Großbanken mit angeschlossenen Automobilbauabteilungen entwickelt haben. Die so genannten Finanzabteilungen dieser beiden Konzerne machen nämlich, im Gegensatz zu den operativen Abteilungen, die für das so genannte Kerngeschäft zuständig sind, ausgesprochen erkleckliche Gewinne.

Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass das Verschieben von Geld auf und zwischen weltweit aufgestellten Konten, sozusagen auf Knopfdruck, weitaus mehr einbringt, als die Veredelung von Rohstoffen durch Arbeit zu einem komplexen Produkt.

Das kann nur deshalb so sein, weil es genügend Kapital gibt, das in den Händen von relativ wenigen ist, die es nicht mehr nötig haben, für dieses zu Kapital gewordene Geld, das durch Arbeit entstandene Produkt zu erwerben, während diejenigen, die das komplexe Produkt gerne erwerben würden, dafür einfach kein Geld mehr haben.

Offensichtlich beobachten wir ein gesamtwirtschaftliches Problem, dass auf die Verteilung von Geld bzw. zu Geldkapital gewordenem Geld zurückzuführen ist.

Im folgenden Aufsatz wollen wir die Ursache für diese Entwicklung und ihren zwangsläufigen Ausgang, ihr vorgezeichnetes Ende, untersuchen.

Das Geheimnis des Geldes
Vor Beginn eines jeden Produktionsprozesses stellt sich die Frage nach seiner Finanzierung. Ob ein Privatmensch ein Auto oder vielleicht ein Haus kaufen will, ob ein Unternehmen eine Maschine anschaffen oder Personal einstellen will oder ob die öffentliche Hand irgend etwas tun will, was nachher eine Bezahlung erfodert; immer stellt sich die Frage nach der Finanzierung.

Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder die jeweilige soziale Einheit verfügt über die nötigen Eigenmittel oder sie muss sich, falls das nicht der Fall ist, Gedanken über eine Fremdfinanzierung, eine Kreditaufnahme machen.

Bei der ganzen Angelegenheit sollen uns die Fremdmittel hier zunächst nicht weiter beschäftigen. Vielmehr ist es für uns von Interesse, woher die so genannten Eigenmittel kommen. Und dabei sind wir schon bei der alles entscheidenden Frage: Wo kommt das Geld her? Was ist Geld? Wie entsteht es? Wo beginnt Geld, Geld zu sein?

Wo kommt das Geld her?
Würde man 1.000 Personen fragen, wo das Geld herkommt, erhielte man 999 Mal die Antwort: Das Geld kommt von der Zentralbank, in unserem Fall von der Europäischen Zentral Bank (EZB), genau wie früher von der Deutschen Bundesbank. Vielleicht einer von 1.000 Befragten wäre anderer Ansicht, wobei die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, einer solchen Person zu begegnen.

Dass Geld durch Kredite der Notenbanken an Geschäftsbanken entsteht, ist Mainstream, ein zentraler Glaubenssatz, an dem so gut wie niemand zu zweifeln scheint.

Wie falsch diese Annahme ist, und dass es in Wirklichkeit überhaupt keine Kredite der Notenbanken an Geschäftsbanken gibt, werden wir an den folgenden Erläuterungen sehen.

Außerdem werden wir sehen, wie fatal sich die Tatsache auswirkt, dass die Geldschöpfung ausschließlich durch die Kreditgewährung der Geschäftsbanken stattfindet, wenn man vom nominal im Promillebereich liegenden Münzumlauf, den der Staat verordnet, einmal absieht.

Wenn aber feststeht, dass die Notenbank keine Kredite an Geschäftsbanken vergibt, kann man mit Recht behaupten, dass sie auch keine Möglichkeit hat, das Wirtschaftsgeschehen direkt, z.B. um der Gedeihlichkeit willen zu beeinflussen.

Banken entscheiden, ob überhaupt produziert wird
Es sind die Geschäftsbanken, die ausschließlich entscheiden, ob Kredit gewährt, also ob finanziert wird oder nicht. Das bedeutet: Die Geschäftsbanken entscheiden ebenso ausschließlich, ob überhaupt produziert wird oder nicht.

Wie fatal sich diese Konstruktion des Geldsystems, von dem einer seiner Architekten sagte, dass man es so kompliziert gemacht habe, dass es nur einer von einer Millionen Menschen verstehe, auswirkt, werde ich Ihnen im folgenden erläutern. Jener Architekt meinte auch, diesen Einen werde man einfach kaufen, sollte er die Absicht haben, andere darüber aufzuklären.

Ein spannendes Telephonat mit der Deutschen Bundesbank
Um sie auf die folgenden Erkenntnisse einzustimmen, hier das Gesprächsprotokoll eines Telefonats, dass der Autor dieses Aufsatzes mit einem Mitarbeiter der wissenschaftlichen Abteilung der Deutschen Bundesbank im Jahre 2002 geführt hat:

Ich rief bei der Deutschen Bundesbank an, um mir den Monatsbericht schicken zu lassen. Der Mitarbeiter von der Öffentlichkeitsarbeit war wohl in Urlaub. Deshalb nahm ein Herr aus der wissenschaftlichen Abteilung den Anruf entgegen und wir gerieten ein wenig ins Plaudern.

Bundesbanker: Entschuldung nicht erstrebenswert
An irgend einem Punkt unseres Gespräches stellte ich folgende Frage:
„Stellen Sie sich einmal vor, alle sozialen Einheiten, also die öffentliche Hand, Unternehmen und Privathaushalte hätten, den für alle erstrebenswerten Zustand der vollständigen Entschuldung erreicht? Wo wäre dann das Geld?“

„Das ist ja nicht unbedingt ein erstrebenswerter Zustand“, meinte er. Ich konterte: „Meines Erachtens will aber jeder seine Schulden bezahlen.
Herr Eichel würde lieber heute als morgen seine Bundesschulden bezahlen. Der Finanzminister von NRW, Peter Steinbrück, möchte das auch gerne, Onkel, Tanten, Freunde und ich selbst würde auch gerne schuldenfrei sein. Wie steht es mit Ihnen: Wollen Sie, wenn Sie eines Tages ins dunkle Grab steigen, gerne Schulden hinterlassen?“

„Nein, das nicht“, antwortete er. „Abgesehen davon“, fuhr ich fort, „wir werden ja gar nicht gefragt, ob wir wollen oder nicht. Blöderweise bestehen die Banken ja auf Rückzahlung. Nur eben nicht alle gleichzeitig; nehmen wir an, wir zahlten aber alle gleichzeitig. Wo wäre dann das Geld?“

Bundesbanker: Dann ist alles Geld weg
„Ja, weg“, sagte er. „Was heißt weg?“
„Es wäre wieder bei den Banken.“ Ich erwiderte: „Sie wollen also sagen, weil alles Geld, bis auf das in diesem Zusammenhang vernachlässigbare Münzgeld, von den Banken als Kredit in Umlauf gebracht wurde, wäre es nach Rückzahlung aller Schulden wieder vollständig bei den Banken und somit aus dem Umlauf verschwunden?“

„Genau“, sagte er. „Das heißt aber“, fuhr ich fort, „dass eine vollständige Entschuldung der Volkswirtschaft nur mit einem vollständigen Stillstand der Wirtschaft zu erkaufen ist, weil eine arbeitsteilige Gesellschaft ohne Geld undenkbar ist. Ist das richtig?“ – „Ja, schon“, meinte er.

„Unter diesen Umständen“, sagte ich, „müsste, falls Herr Eichel, sagen wir einmal, die Bundesschulden zurückzahlen würde, schnellstens ein anderer Schuldner gefunden werden, weil sonst die umlaufende Geldmenge schrumpft, was zwangsläufig zum deflationären Kollaps führt.

Der Bundesbanker schweigt
Die einzige Alternative wäre also, dass die Banken selbst mit dem zurückgeflossenen Geld, Teile der Volkswirtschaft oder am Ende und letztlich die ganz Volkswirtschaft erwerben.

Ich ziehe daraus den Schluß: In einem System, in dem das Geld im Prinzip als Kredit auf in der Vergangenheit erworbene Vermögen in Umlauf gebracht wird, muss zwangsläufig alles neu Entstehende demjenigen gehören, der diesen Kredit herausgibt, in unserem System also, auf diese Weise das Geld in Umlauf bringt.“ Er schwieg.

Um den Inhalt dieses Gespräches besser zu verstehen, folgt nun als Einfügung ein untergeordneter Aufsatz von September 2004:

Die Mechanik des Geldes im privatisierten Kreditgeldmonopol
Wir wollen wissen, wo Geld herkommt, wie es denn genau entsteht. Dazu muss man zunächst die richtigen Fragen formulieren, um aus einzelnen Antworten und Definitionen die Funktionalität eines Gesamtkonstruktes, das wir zunächst Geldsystem nennen wollen, abzuleiten. Wir benutzen dazu das Glossar der Deutschen Bundesbank für den Schulunterricht, Sekundarstufe II.

Wir erfahren beim Nachlesen, dass es sich bei Geld üblicherweise um die Verbindlichkeit einer Bank gegenüber einer Nichtbank, also z.B. Bargeld oder eine Einlage handelt.

Mit diesem verkürzten, aber einzig wesentlichen Teil der offiziellen Definition, kann man nicht allzu viel anfangen, weil hier nichts über die Entstehung des Geldes gesagt wird. Wo beginnt Geld, wo fängt Geld überhaupt an, Geld zu sein?

Wo fängt Geld an, überhaupt Geld zu sein?
Das passende Wort, dass uns auf die Spur bringen könnte, heißt:
Geldschöpfung.

Die meisten Leute glauben, die Zentralbank, in unserem Fall die EZB habe irgend etwas mit der Geldschöpfung zu tun. Fast niemand vermag aber zu sagen, wie der Vorgang der Geldschöpfung durch die Zentralbank überhaupt abläuft, oder genauer gesagt: welche Buchungsvorgänge dem zu Grunde liegen.

Was ist denn eigentlich Giralgeld?
Unter Geldschöpfung finden wir folgende Definition (aufs Wesentliche gekürzt)

Vermehrung der Geldmenge durch Aktiv- und Passivgeschäfte des Bankensystems, d.h. Schaffung zusätzlichen Geldes. Hauptquelle der Geldschöpfung ist heute die Kreditgewährung der Geschäftsbanken (aktive Geldschöpfung):
Dem Kreditnehmer wird ein Sichtguthaben (Sichteinlagen) in Höhe des aufgenommenen Kredites eingeräumt, wodurch die gesamtwirtschaftliche Geldmenge unmittelbar steigt.

Für das Geld, das hier entsteht, gibt es eine bestimmte Bezeichnung:
Es heißt Giralgeld.

Im Glossar lesen wir unter Giralgeld:
Täglich fällige Guthaben bei Kreditinstituten (Sichteinlagen), über die durch Scheck, Lastschrift oder Überweisung verfügt werden kann. Sichteinlagen zählen zu den allgemein akzeptierten Zahlungsmitteln (Geld). Die Giralgeldbestände der Nichtbanken sind daher auch Bestandteil enger Abgrenzungen der Geldmenge. Das Giralgeld entsteht durch die Geldschöpfung der Banken. Es kann jederzeit in Bargeld umgetauscht werden.

Was ist denn eigentlich Bargeld?
Wir begegenen einem weiteren Begriff. Im Glossar steht unter Bargeld:
Umfasst Banknoten und Scheidemünzen. Das Bargeld bildet den Bestand an gesetzlichen Zahlungsmitteln. Der Bargeldumlauf außerhalb des inländischen Bankensystems ist Bestandteil der Geldmenge.

Hier finden wir einen weiteren wichtigen Begriff, der übrigens im Glossar nicht gesondert aufgeführt wird.

Die gesetzlichen Zahlungsmittel
Wir schauen also unter Zahlungsmittel im Allgemeinen nach und werden fündig:

Was ist denn eigentlich „gesetzliches Zahlungsmittel“?
Dort steht unter Zahlungsmittel
Teil des Finanzvermögens mit der Eigenschaft, im Wirtschaftsverkehr zur Tilgung von Geldschulden und in der Regel auch als allgemeines Tauschmittel akzeptiert zu werden (perfekte Zahlungsmittel). Die Zahlungsmitteleigenschaft können bestimmte Finanzaktiva gewohnheitsmäßig oder kraft Gesetzes erlangen. Im letzten Fall spricht man von gesetzlichen Zahlungsmitteln. In Deutschland sind die vom Eurosystem in Umlauf gebrachten Banknoten und Münzen gesetzliche bzw. beschränkt gesetzliche Zahlungsmittel. Zu den perfekten Zahlungsmitteln zählt auch das Giralgeld, da es in der Regel kraft Treu und Glaubens im Zahlungsverkehr angenommen werden muss, usw.

Was ist denn eigentlich Zentralbankgeld?
Um der Vollständigkeit willen schauen wir uns noch den Begriff Zentralbankgeld an:
Allgemein das von der Zentralbankgeld geschaffene Geld. Das Zentralbankgeld setzt sich aus dem gesamten Bestand umlaufender Banknoten und den Sichtguthaben der Banken bei der Notenbank zusammen.

Aber die Zentralbank schafft kein Geld
Hier muss eine Anmerkung gemacht werden: die Beschreibung als „von der Zentralbank geschaffenes Geld“ ist die totale Irreführung. Die Zentralbank schafft überhaupt kein Geld.

Sie nimmt lediglich durch Kreditgeldschöpfung der Geschäftsbanken geschaffenes Giralgeld entgegen, bewahrt einen Teil als Mindestreserve der Banken auf, die selbstverständlich Forderungen der Geschäftsbanken an die Notenbanken bleiben und tauscht den anderen Teil in Bargeld um. Also: Die Geschäftsbanken kaufen Bargeld durch Zahlung/Überweisung von Giralgeld.

Was ist denn eigentlich eine Banknote?
Und eine weitere Angelegenheit taucht als Frage auf, die später geklärt wird:
Wieso gehören die Münzen nicht zum Zentralbankgeld? Was unterscheidet sie von den Banknoten? Schauen wir also unter Banknoten nach:
Auf einen bestimmten Geldbetrag lautende Geldscheine (Papiergeld). Auf D-Mark lautende Banknoten waren in Deutschland bis 2001 – gegenüber den Münzen- das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel. Ab dem 1.1.2002 lauten unsere Banknoten auf Euro. Sie werden vom Eurosystem herausgegeben.

Was ist denn eigentlich eine Münze?
Um unser Geldsystem insgesamt zu begreifen, bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als auch noch die Münzen genauer zu betrachen. Im Glossar steht unter Münzen:
Metallstücke, die Geldfunktionen ausüben (Hartgeld) … und, die Bundesregierung hat in Deutschland das alleinige Recht, Münzen auszugeben (Münzregal). Dafür steht ihr der Münzgewinn (Differenz zwischen Nennwert der Münzen und ihrem Stoffwert) zu, der in den Bundeshaushalt eingeht. In Umlauf gebracht werden die Münzen -ebenso wie die Banknoten- in Deutschland von der Deutschen Bundesbank.

Die Glossars stiften Verwirrung
Nun, lieber Leser, ist Ihnen bis hierher alles klar? Nicht wirklich?

Tatsächlich drängt sich der Eindruck auf, als ob die Begriffswelt des oben angeführten Glossars vielmehr Verwirrung als Klarheit erzeugen soll. Fast scheint es, als ob dieses Glossar selbst etwas verbergen will.
Und schon muss man sich fragen, waren die Autoren nur verspannte, harmlose Wirrköpfe oder steckt Absicht, der Vorsatz der gezielten Täuschung dahinter.

Wir versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen und isolieren einzelne Fakten wie Puzzlesteine, um sie zu einem klaren und neuen Bild zusammenzusetzen.

Es ergibt sich eine brisante Kausalkette
Gehen wir zum Anfang des Geldes, der Geldschöpfung. Wir erkennen nur zwei wirklich relevante Vorgänge.

Geld wird durch Kreditgewährung der Banken in Form der Gutschrift von Sichteinlagen geschöpft. Dies ist sogenanntes Giralgeld oder Buchgeld.

Ein Teil davon wird an die Zentralbank überwiesen. Dies ist das Zentralbankgeld.

Davon bleibt wiederum ein kleiner Teil als Mindesreserve bei der Zentralbank, ein wesentlicherer Teil wird den Banken als Bargeld in Form von Banknoten zur Verfügung gestellt, womit die Sichteinlagen oder besser die Kredite physikalisch transportabel gemacht werden.

Wir erfahren weiter: Die Banken haben das Recht, soviel Giralgeld wie sie zur Verfügung haben, in Banknoten umzutauschen. Daraus ergibt sich die Defintion des unbegrenzten gesetzlichen Zahlungsmittels. Weiter wird klar, dass Giralgeld erst nach Umtausch in Banknoten zum gesetzlichen Zahlungsmittel wird.

Daraus ergibt sich eine hochinteressante und ebenso brisante Kausalkette:
Banknoten sind mit einer permanenten Zinslast belegt
Kredit wird Sichteinlage > Sichteinlage ist Giralgeld >
Giralgeld wird Zentralbankgeld > Zentralbankgeld wird Bargeld.

Somit sind Banknoten nichts weiter als ein durch die Zentralbank verbriefter Kredit einer privaten Geschäftsbank, der durch den Umtausch in Noten lediglich transportabel gemacht worden ist.

Da auf alles Giralgeld permanent Zinsen fällig werden, sind damit alle Banknoten mit einer permanenten Zinslast belegt.

Damit sind Banknoten kein Geld. Es handelt sich um durchschnittlich verzinste Kreditbriefe.

Das einzig echte Geld, das existiert, sind die Münzen. Nur den Münzen liegt keine Entstehung von Giralgeld durch vorherige Kreditgewährung zu Grunde.

Verheerende Auswirkungen
Wie verheerend sich die Benutzung von ausschließlich als Kredit geschöpftem Giralgeld auswirkt, erkennen Sie an folgender Zahl.

Das deutsche Geldsystem existiert seit 1949. Wollte jemand einen als Kredit geschöpften Geldbetrag seitdem (also 55 Jahre lang) benutzt haben, was in der Realität so stattfinden muss, um diesen Betrag als Zahlungsmittel in Umlauf zu halten, hätte er bei einer Verzinsung von beispielsweise 7,2% p.A. seitdem ca. das 41-fache des Geldumlaufs an Zinsen zahlen müssen.

Mit anderen Worten: Von einem in dieser Zeit erwirtschafteten Vermögen X hätte er immerhin ca. 2,4% behalten dürfen. Die restlichen 97,6% hätte er als Zinsen im Laufe der Zeit an den Kreditgeber abliefern müssen.

Dieser Vorgang trifft ebenso auf die gesamtwirtschaftliche Rechnung zu. Das hat übrigens dazu geführt, dass heute in jedem Produktpreis mindestens 40% Zinsen enthalten sind.

Das internationale Bankensystem
Hier stellt sich die Frage, wer es sich hat einfallen lassen, die Münzen als begrenzt gesetzliches Zahlungsmittel, die Banknoten jedoch, die nichts weiter sind, als ein aus der Kreditgewährung privater Banken entstandenes Giralgeldderivat, als unbegrenzt gesetzliches Zahlungsmittel zu definieren.

Mit dieser Definition wird das Recht der Geldschöpfung von der auf diesem Planeten bis dato höchsten Haftungsinstanz, dem souveränen Nationalstaat mit seiner Bevölkerung als kollektiv haftende Gruppe, auf eine untergeordnete Haftungsinstanz, nämlich das internationale Bankensystem verlagert.

Die Abtretung, die Privatisierung dieses wesentlichen Souveränitätsrechtes des Nationalstaates an die internationale Bankenallianz, bedeutet gleichzeitig die Abtretung oder besser die Privatisierung der Souveränität an sich. Dieser Vorgang kann nur in der Absicht begründet sein, die nationale Souveränität in Zukunft insgesamt und vollständig auf eine andere Instanz, z.B. eine Weltregierung zu übertragen.

Die Schlußerklärung der Bankenallianz
Da diesem Entschluß keinerlei demokratische Legitimation vorangegangen ist, muss er woanders seinen Ursprung, seine Motivation haben. Wir werden fündig, wenn wir die Schlußerklärung anlässlich der Gründung der internationalen Bankenallianz im Jahre 1913 in Paris auf uns wirken lassen.

Sie lautet:
„Die Stunde hat geschlagen für die Hochfinanz, öffentlich ihre Gesetze für die Welt zu diktieren, wie sie es bisher im Verborgenen getan hat … Die Hochfinanz ist berufen, die Nachfolge der Kaiserreiche und Königtümer anzutreten, mit einer Autorität, die sich nicht nur über ein Land, sonder über den ganzen Erdball erstreckt.“

Da kommt doch richtig Freude auf. Nun wissen wir wenigstens, wer auf dieser Welt wirklich das Sagen hat. Es sind jedenfalls nicht Sie, mit ihrem Stimmzettelchen, bei irgendwelchen demokratischen Wahlen. Und es sind auch nicht die, die glauben, demokratisch gewählt zu haben.

Permanente Überschuldung systemimmanent
Die Auswirkungen dieser Verschwörung sind so verheerend, dass sie in einer Fortsetzung dieses Aufsatzes noch ausführlicher beschrieben werden müssen.

Bis hierher steht jedenfalls folgendes fest:

Die permanente Überschuldung aller sozialen Einheiten wird damit systemimmanent.

Da die aus dem Kredit selbst zu zahlenden Zinsen die Geldmenge andauernd kannibalisieren und die Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln nur durch immerwährende neue Aufschuldung gewährleistet werden kann, muss der unendlich wirkende Zinseszinseffekt an irgend einem Punkt die Verfügbarkeit neuer Kredite übersteigen.

Mit anderen Worten:
Die Zinszahlungen verschieben das Giralgeld als zu Geldkapital gewordene Forderungen vom realwirtschaftlichen Geldkreislauf in den finanzwirtschaftlichen Geldkreislauf, mit einer Tendenz, die die der Realwirtschaft zur Verfügung stehenden Zahlungsmittel gegen „Null“ treibt.

Vollständiger Systemzusammenbruch wird erzwungen
Das ist der Grund, warum in diesem Konstrukt immer ein vollständiger Systemzusammenbruch, der nur durch eine Währungsreform abgelöst werden kann, erzwungen wird.

Gleichzeitig werden die auf die Gesamtverschuldung fälligen Zinsen bei den Banken zu Geldkapital, während alle Sachwertschöpfung zur Erzeugung von Haftungsmasse für den nicht tilgbaren Gesamtkredit degradiert wird.

Um es mit einfachen Worten auszudrücken:
Solange Geld als Kredit für in der Vergangenheit erworbene Vermögen, statt als Lohn oder Bezahlung für in der Gegenwart geleistete Arbeit in Umlauf gebracht wird, liegt das Eigentum an der gesamten entstehenden Wertschöpfung der Gegenwart bei den Kreditgebern.

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4 Antworten zu Warum Wirtschaftskrisen eigentlich Geldkrisen heißen müßten

  1. notepad schreibt:

    Ein Blogger Journalist wurde aus politisch motivierten Gründen in Lausanne Cully/Prilly CHUV Psychiatrische Klinik eingesperrt und ist jetzt in NAFF bei Montreux interniert.

    Presseausweise:

    Deutscher Verband der Pressejournalisten
    djpd
    25-01-1055- 7-8BPA

    European Journalist Legitimation
    european-news-agency.com
    21-01-902 8 – IPC

    Armin Albarracin
    Rue Industrielle 13
    1820 Montreux
    Schweiz

    Bitte um Hilfe:
    Tel 021 649 61 11 (Zentrale der Psychiatrischen Klinik)

    Wollen Sie mich umbringen oder hatte ich einen Nervenzusammenbruch?

    Ihr entscheidet!

    Lieber Gruss

    conspirare.net
    notepad.ch
    notepad.tv

  2. Joe schreibt:

    Wer es noch ein wenig verständlicher haben will, dem empfehle ich die Literatur über den Debitismus von Paul C. Martin.

  3. Kurator schreibt:

    Ja, ganz hervorragend. Von ihm ist auch die „jüdische Schnurre“, rechts in dem Kategorienfeld zu finden, oder so: https://geldseite.wordpress.com/category/judische-schnurre/

  4. This piece of writing is genuinely a fastidious one it helps new web visitors, who are wishing for blogging.

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