9/11 und die Missing-Flyer PR Aktion

Wir erinnern uns des 9/11 Events, seinerzeit am 11. September 2001. Massenmedial gingen die Bilder dieser Attacke um die Welt. Hier in diesem Artikel möchte ich ein Detail aus diesem medialen Mega-Ritual beleuchten:

Die Missing-Flyer Aktion

(Alle Artikel zum Thema 9/11 bitte hier klicken) Am selben und am nächsten Tag war Manhatten geradezu gepflastert mit „Missing“ Flyern.

Sollen wir wirklich glauben, daß Tausende von Menschen, die gerade ihre Angehörigen verloren haben, die Bilder ihrer Liebsten entrahmten, damit in den nächsten Copy-Shop rannten, um dort möglicherweise ohne technische Erfahrung wie so etwas geht, die Photos scannten, einen Missing Text drumherum layouteten, sich dann in Bus und Bahn setzten, um ihre Angehörigen auszurufen wie sonst verlorengegangene Katzen und Wellensittiche?

Hätten die nicht neben ihrem Festnetztelephon (2001) ausgeharrt, TV geschaut, in der Hoffnung, daß der Vermißte anruft oder zufällig in der Berichterstattung lebend auftaucht? Nein, die haben alle in Schubladen Photos herausgesucht und sind losgerannt, um „Entlaufen am“ Schilder in Manhattan aufzukleben.

Welchen Sinn macht eine solche Aktion? Soll dann ein Gemüsehändler auf dieses Plakat hin die dort angezeigte Nummer anrufen und sagen: „Ja stimmt, Ihr Gatte ist gerade hier in meinen Laden gelatscht, er ist noch voll Staub und hat Hunger. Kommen Sie ihn bitte abholen?“ Würde ein Überlebender anders als eine Katze nicht einfach bei seiner Frau anrufen und mitteilen, daß er noch lebt?

Eine solche Aktion macht bei einem entflogenen Wellensittich Sinn, nicht jedoch bei einem Menschen, der entweder den Trümmern entkommen ist oder darunter begraben wurde.

Merkwürdig empfinde ich auch die Texte: Die allermeisten geben Größe und Gewicht an. Das kennt man von polizeilichen Fahndungsbeschreibungen, aber wer beschreibt denn seine Ehefrau als 156 cm groß und 98 kg schwer?

Es wird aber noch absurder. Wir schauen uns mal ein Photo an, das seinerzeit um die Welt ging:

Sehr beeindruckend, nicht wahr? Wir sollen also glauben, daß die Angehörigen aus New Jersey und Brooklyn zu dieser Wand in Manhattan gefahren sind, um dort die „Missing“ Flugblätter anzukleben. Wie dem Bild unschwer zu entnehmen ist, mußten die trauernden Angehörigen vor Ort erst eine Leiter organisieren, um das mühevoll im Copy-Shop gelayoutete Suchbild oben anzubringen. Nicht nur das logistische Problem des Leiterkaufs macht dieses Photo so absurd, auch die Tatsache, daß es für einen Einzelnen überhaupt keinen Sinn macht, sein Flugblatt so hoch anzubringen, wo es niemand lesen kann. Und doch sollen das viele, viele getan haben.

Auch nett, daß in diesem Chaos irgendeine ordnende Hand in der Lage gewesen ist, die Suchbilder in alphabetischer Reihenfolge anzuheften:

Links sind die Leute mit P, dann folgt R, danach wohl S

Als Kurator für Ausstellungen ist es mir wichtig, die Exponate wirkungsvoll in Szene zu setzen. Das gelang den Tausenden besorgten Angehörigen auch hier. Da zolle ich Respekt:

Über Geschmack läßt sich sicherlich streiten, jedoch diese Totgeglaubten vor eine „Infinity“ Reklame zu setzen, hat eine gewisse Wirkung.

Obiges Beispiel ist auch eine sehr reizvolle, wenn auch zynische Zusammenstellung:
Ein nettes Wortspiel: Everybody tells a story, „jeder erzählt eine Geschichte“, dort steht aber every body tells a story, also „jeder Körper oder jeder Leichnam erzählt eine Geschichte“. Wie sinnig zusammengestellt.


Ja, Life tastes good, enjoy Coca Cola. Ist das Lachen vielleicht höhnisch gemeint?

Eine dort seinerzeit bekannte TV-Show „so real – so Ricky“, klingt nach „so real – so tricky“, wenn man sich mit sublimen Botschaften ein wenig auskennt.


Vielleicht ist es an der Zeit, ein wenig zu investieren, um zu verstehen, was hier tatsächlich abläuft – auch ein entlarvender Sinnspruch darf nicht fehlen, kann man doch mit der Ignoranz der Masse rechnen.

Diese „spontane“ Aktion tausender besorgter Angehöriger kulminierte dann in dieser Werbetafel, die genau 11 Bilder von Opfern zeigt:

Sollten wir dem möglichen Kuratoren dieser Show nicht Respekt zollen? Nur, wer mag das sein?

Wie wäre es mit Herrn Rosenbaum?

Herr Rosenbaum führt eine 80-köpfige TV-Produktionsfirma in Manhattan, die den stolzen und für diesen Artikel auch sehr passenden Slogan trägt: “BNN TV Changes the Way Stories Are Told”

“Steve Rosenbaum is passionate about telling authentic visual stories. Raised in a family of storytellers (his mother was a writer; his uncle a White House correspondent), Rosenbaum was a filmmaker and magician before he began his career as an intern in an edit room at CBS News over 20 years ago. It was in this rarefied news environment that Rosenbaum discovered an unexpected gap between visual storytellers and the tools needed to produce a broadcast news story.”

Sinngemäß übersetzt:
Steve Rosenbaum erzählt gerne authentische visuelle Geschichten. Geboren in eine Familie von Märchenerzählern :-), schließlich war seine Mutter Autorin und der Onkel Korrespondent des Weißen Hauses, war er Magier und Filmproduzent, bevor er seine Karriere im Schneideraum (!) von CNN begann.


Steve Rosenbaum in der Mitte

Rosenbaum hat mit seinem Kurator, Dr. Nevear, 5.200 dieser Missing Flugblätter aufbewahrt und daraus eine Museumsausstellung konzipiert.

For New Yorkers the fliers were a constant and powerful reminder of their lost neighbors. Although only 500-700 families could get to New York to create fliers, approximately 90,000 were hung. These fliers covered walls, lampposts, subway stops and phone booths all over the city. It was nearly impossible to go about life without encountering them.”

Das war wirklich eine tolle Aktion. Erstaunlich auch die Zahlen-Akuratesse, 90.000 Flugblätter waren also aufgehangen worden, weiß der Produzent. Solch genaue Zahlen wüßte ich nur, wenn ich die Dinger selber beim Drucker in Auftrag gegeben hätte.

Vom künstlerischen Standpunkt aus würde ich dem Herrn Kollegen Kurator allerdings nur ein knapp ausreichend geben. Den Zynismus würde ich nicht als Malus werten, wohl aber beispielsweise die ideenlosen Gewichtsangaben auf den Missing-Flyern. So ein wenig mehr Mühe in den Personenbeschreibungen hätte man sich geben können, wobei das natürlich auch Aufwand bedeutet.

Hier geht es zur Folge 2: bitte hier klicken (oder bei Kategorien auf 9/11)

Dies ist nur ein Auftakt einer Artikel-Serie zum 9/11 Ritual. Die Verbindung zum Geldsystem kann ich leider erst am Schluß, in einer Art „Conclusio“ ziehen.

Alle Artikel zum Thema 9/11 bitte hier klicken.

Quelle: http://www.cluesforum.info

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10 Antworten zu 9/11 und die Missing-Flyer PR Aktion

  1. SH schreibt:

    Sehr gute Recherche! Sehr guter Bericht, Kommentar zum Thema 9/11 und der Tepichmesserstory im Allgemeinen. Meinen Respekt

  2. Hackentrick schreibt:

    Ich werde die weiteren Artikel interessiert verfolgen. Bin zwar kein Anhänger der diversen Verschwörungstheorien rund um diese Ereignisse, aber ich gehöre zu den Menschen, die erhebliche Zweifel am „9/11 Commission Report“ (der Untersuchungsbericht der US-Regierung) haben.

    Allerdings bitte ich den Autor dieses Blogs um mehr Genauigkeit (um sich selbst nicht angreifbar zu machen). Zum Beispiel Deine Aussage:

    […] Erstaunlich auch die Akuratesse, GENAU 90.000 Flugblätter waren also aufgehangen worden, weiß der Produzent […].

    Wenn Du den Herrn Rosenbaum schon zitierst, dann interpretiere / übersetze korrekt. „Approximately 90.000“ heisst „annähernd“, nicht „genau“…

    Ansonsten: Bitte weitermachen!

    • Kurator schreibt:

      Hast schon recht. Ich werde mich bessern. Wenn ich einen Katalog in Druckauftrag gebe, möchte ich beispielsweise 4.000 Exemplare für die Museen, ich sage dann auch: Die Druckauflage ist ca. 4.000, weil ich nicht weiß, wieviele der Verlag für den Buchhandel noch nebenher druckt. Anhänger der offiziellen Verschwörungstheorie, daß zwei Flugzeuge drei Hochhäuser pulverisierten, bin ich auch nicht. 🙂

      • Hackentrick schreibt:

        Ich halte mich da an Mathias Brökers‘ Ausführungen zu dem Thema: Ich stelle keine eigene Theorie auf, verlange jedoch eine Neuansetzung einer transparenten und vollständigen Untersuchung! Und wenn mich jmd. fragt, warum ich mich als deutscher Staatsbürger da einmische – meine Antwort: 9/11 wurde auch von deutscher Seite als Begründung für den Afghanistan-Einsatz genannt 😉

  3. Snake schreibt:

    Ja Hut ab, interessante Recherche, mit noch interessanteren Schlußfolgerungen. Ein Beleg mehr, das alles nur gefaked ist und man uns allesamt verarschen will.

  4. Kurator schreibt:

    @Hackentrick – Nun, klar, man kann jetzt fordern, daß der Fuchs den Verbleib der gestohlenen Gänse bitte aufklären möge und zwar transparent und vollständig. Was wird das Ergebnis sein?
    Anders als Mathias Bröckers mit seinen verdienstvollen Büchern zu diesem Thema glaube ich, daß machtpolitische Motive nur am Rande eine Rolle spielen. Ich werde in den nächsten Wochen den Nachweis versuchen, daß der eigentliche Beweggrund für diese multimediale Inszenierung im religiösen Bereich liegt. 9/11 ist vielleicht eine geschichtsbildende Aufführung von großartiger ästhetischer Schönheit in ihrer konsequenten Bösartigkeit. Der oben beschriebene Akt ist nur ein kleiner Akt, dessen tiefere Botschaft aber nicht von Pappe ist: In einem religiösen Kontext gesprochen werden hier in diesem kleinen, hübschen Nebenakt, die „Kinder Gottes“ ausgerufen wie entlaufene Haustiere, also degradiert und gleichzeitig wie Verbrecher steckbrieflich beschrieben. (Größe, Gewicht, Alter) Das unbemerkt als Story-line weltweit zu plazieren und sublim zu kommunizieren ist großartiges Theaterhandwerk.

  5. Sunny Boy schreibt:

    Inzwischen sind ja allerhand unlogischer, unsinniger Vorkommnisse zu 9/11 bekannt geworden…Niemand glaubt noch die offizielle Geschichte…umso trauriger, daß viele bei Kritik der „Lüge“ agressiv und abweisend werden und einen als Spinner und Terroristen darstellen…

    Toller Artikel…und auch logisch 🙂
    Kannte dies noch gar nicht mit den Missing-Bildern.

    Danke

  6. Kurator schreibt:

    Ich kannte die Missing-Flyer schon 2001 und nun wundere ich mich, daß ich elf Jahre brauchte, bis mir diese offensichtlichen Unstimmigkeiten auffielen. Die agressiven Reaktionen sind mir bekannt und man kann sie auch ganz einfach triggern, indem man die Leute bittet, zu erklären, was Geld ist. Möglicherweise liegt es daran, daß das indoktrinierte Weltbild vielen Menschen heilig ist, weil sonst die Welt für sie aus den Fugen gerät. Die Selbstmordwellen in Griechenland, Spanien, jetzt Italien zeigen, daß viele sich lieber umbringen (ihr Weltbild retten) als das Geldsystem zu hinterfragen

  7. Pingback: 9/11 und die Schauspieler-Augenzeugen | Was ist denn eigentlich Geld?

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