Ezra Pound und das Geldsystem

Ezra Pound lebte von 1885 bis 1972 und dichtete in verschiedenen Sprachen gleichzeitig.

Italienisch, englisch, hebräisch, japanisch, lateinisch, französisch, altgriechisch, chinesisch (als Schriftsprache) machten ihm keine Schwierigkeiten. Auch ein japanisches Haiku ist von ihm überliefert.

Mit James Joyce war er befreundet. Er war Lehrer von T.S. Elliot und Eustace Mullins.

In Gefangenschaft wurde er über Jahre in einen winzig kleinen, eigens für ihn angefertigten Käfig gesperrt.

Dort schrieb er gegen den Wahnsinn an. Es entstanden die berühmten Pisa Cantos

Er schrieb auch Wirtschaftsbücher. Es entstand in Englisch „ABC of Economics“

Er schrieb dieses Buch 1933 mitten in der Großen Depression. Für ihn war die Usura (lateinisch: Zinswucher) gleichbedeutend mit der Definition des Kapitalismus.
Und für Ezra Pound stand „Usura“ für alle Verhinderung von Kunst, für die Versündigung an der Natur.

Das Buch gilt heutzutage merkwürdigerweise als verschollen.

Und wie gerät nun Ezra Pound nach Berlin ausgerechnet auf den Walter-Benjamin-Platz und legt sich zu Füßen von Star-Architekt Hans Kollhoff?

Wir gehen der Frage nach:

In Charlottenburg geht es bei den Straßennamen politisch korrekt zu. Es gibt einen „Else-Ury-Bogen“, der an die von den Nationalsozialisten ermordete Dichterin des unvergessenen „Nesthäkchens“ erinnert. Und es gibt einen „Walter-Benjamin-Platz“ zwischen der Wielandstraße und der Leibnizstraße. Früher war da der Parkplatz mit der unvergessenen Brandmauer. Seit geraumer Zeit sind dort die „Leibnizkolonnaden“ des Architekten Hans Kollhoff aufmarschiert. Die 120 Wohneinheiten und Büros zeichnen sich weithin durch Leerstand aus; unter den Säulen versuchen sich die dafür vorgesehenen Einzelhandelsgeschäfte. So richtig brauchbar ist nichts. Einzig ein italienisches Wein-Restaurant von der etwas aufwändigeren Sorte scheint zu florieren. Im Sommer plantschen Kinder in dem dafür nicht vorgesehenen Springbrunnen; im Winter herrscht Öde. Längst hat irgendein Künstler den horror vacui entdeckt und stellt Wechselndes auf.

„Am tiefsten aber konnte mich die Stelle betreffen, wo der Baum im Hofe stand. Sie war im Pflaster ausgespart, in das ein breiter Eisenring versenkt war“ – so lesen wir in Walter Benjamins „Berliner Kindheit um Neunzehnhundert“. Und tatsächlich: Eine durch die Miniermotte kränkelnde Kastanie mit Eisenring steht ebenfalls auf dem Platz. Mehr allerdings könnte Benjamin etwas anderes betreffen. Ob er von dem Werk Ezra Pounds Kenntnis genommen hat, ist mir nicht bekannt; auszuschließen ist es nicht. Ein Vers also von Ezra Pound ist in das gequaderte Gepflaster eingelassen. Man findet ihn nicht leicht; er ist nicht auffällig. Es ist auch nicht vermerkt, dass es sich um einen Vers von Pound handelt. Hat man den Stein einmal gefunden, so stutzt man und liest: „Bei Usura hat keiner ein Haus von gutem Werkstein die Quadern wohlbehauen, fugenrecht, dass die Stirnfläche sich zum Muster gliedert.“

Nun möchte es sein, dass der im Unklaren belassene Leser denkt: Richtig, als wir das letzte Jahr im Urlaub bei Usura waren, da gab es keine so schönen Häuser, wie Hans Kollhoff sie zu bauen versteht. Aber Usura? Usura . lat. „Wucher“. Ja, es handelt sich um die Anfangszeilen des berühmten Usura-Canto Nr. XLV von Ezra Pound, also des „Gesangs vom Wucher, Nr. 45“, veröffentlicht 1936. Und dieser Stein mit dem Vers darauf besagt: Wanderer, schau her! Hier sind die Häuser von gutem Werkstein, hier sind die Quadern wohlbehauen und fugenrecht, hier gliedert sich die Stirnfläche zum Muster. Hier war Hans Kollhoff am Werke.

Oder ist alles ein Eingeständnis des Scheiterns? Wollte der Architekt uns sagen: Unter der Vorherrschaft des „Wuchers“ (mit diesem Begriff bezeichnete Ezra Pound den Kapitalismus) konnte ich nur dieses Machwerk zu Stande bringen; hier war es nicht möglich, mit gutem Werkstein eine Fassade zu gliedern. Denn für Pound stand „Usura“ für alle Verhinderung von Kunst, für die Versündigung an der Natur. Da wir nun annehmen müssen, dass mit der Errichtung der Leibnizkolonnaden ganz gewöhnliches Geld verdient wurde, dass sie also mit Usura zu Stande gekommen sind, wäre der Vers nur dann nicht fehl am Platze, wenn Kollhoff sich selbst und die Verhältnisse anklagen wollte, unter denen er arbeiten musste. Einsichten dieser Art sind aber unter erfolgreichen Architekten so gut wie ausgeschlossen, also müssen wir leider zu unserer ersten Deutung zurückkehren: Sich zum Ruhme hat Hans Kollhoff – gegen die Logik des Zitats – den Anfang des Usura-Canto XLV von Ezra Pound evoziert. Hat er auch dessen Herkunft bedacht?

Der Vers variiert nämlich ein Mussolini-Zitat. In einer Rede von 1934 hatte Benito Mussolini Arbeit für alle, einen angemessenen Lohn und eine menschenwürdige Behausung gefordert. Über diese Mailänder Rede schreibt Pound 1935 in einem Brief an T.S. Eliot: „decorosa bedeutet mehr als eine Behausung, in der man wohnen kann, es bedeutet ein Haus, das sich sehen lassen kann.“ Er denkt an den avantgardistischen Bildhauer Brancusi und schwärmt von Steinquadern, denen kein Makel anhaftet. Eben dies hatte ihn für den Anfang des Canto XLV inspiriert. Nun, jeder Architekt möchte ein Haus bauen, das sich sehen lassen kann. Über Hans Kollhoff ist jüngst bei Prestel ein Buch erschienen, in dem ein Essay von Fritz Neumeyer ihm den „Rückgriff auf den Humanismus in der Architektur“ andient. Das klingt gut. Der Begriff „Humanismus“ ist im 20. Jahrhundert aber auch gerne von politischen Systemen benutzt worden, die sich vom Liberalismus abgrenzen wollten. Sicherlich war es Hans Kollhoff nicht bewusst, dass er mit dem Pound-Zitat einen Verweis auf Mussolini auf seinen Platz transportiert hat – aber es gibt eben auch unbewusste Wahrheiten. Angesichts solch untergründiger Bezüge: hätte sich der Platz nicht den Namen „Benito-Mussolini-Platz“ oder wenigstens „Ezra-Pound-Platz“ verdient?

Nun heißt er aber einmal „Walter-Benjamin-Platz“. Von Walter Benjamin sollte wenigstens bekannt sein, dass er im Nachwort zum „Kunstwerkaufsatz“ den italienischen Faschismus ausdrücklich kritisiert hat als die „Ästhetisierung des politischen Lebens“. Er wandte sich auch gegen das Manifest des Filippo Tomaso Marinetti, der den Abessinienkrieg als futuristisches Gesamtkunstwerk gefeiert hatte. Ausgerechnet diesen Kolonialkrieg wiederum begrüßte Ezra Pound als Beginn einer neuen „Mentalität“ – vollbracht durch den Tatmenschen Mussolini. Überdies hat Pound noch 1944/45 versucht, eine Übersetzung gerade des „Canto XLV“ für den großdeutschen Rundfunk zu verfertigen. Da wird einem doch unbehaglich. Walter Benjamin war schon längst tot; er hatte sich am 26. September 1940 auf der Flucht vor den Nazis an der französisch-spanischen Grenze bei Port Bou das Leben genommen.

Ezra Pound, dieser Wegbereiter der literarischen Moderne, hat für seine politische Parteinahme fürchterlich büßen müssen. Die Amerikaner steckten ihren sechzigjährigen abtrünnigen Landsmann im Militärstraflager bei Pisa von Mai bis November 1945 in einen Käfig; anschließend kam er bis 1958 in eine Strafanstalt für geistesgestörte Kriminelle in Washington D.C. Aus der Gemeinschaft der „Wohlgesinnten“ wurde er zeitlebens ausgeschlossen. Seine dichterische Kraft war erloschen. Heute würde man wohl sagen, dieser Poet habe sich in die „Achse des Bösen“ verirrt. Es ist ein eigenes Schicksal – mit dem des Walter Benjamin zugleich zeitgenössisch und kontradiktorisch. Benjamin wurde zum Opfer des deutschen Nationalsozialismus, weil er ihn durchschaut hatte: Er sah in ihm nicht den magischen Runenzauber, sondern nur den platten kapitalistischen Alltag. Ezra Pound glaubte umgekehrt im italienischen Faschismus die Überwindung des verhassten Usura-Kapitalismus erkennen zu können – und wurde so zu seinem Opfer. Das könnte im kritischen Rückblick sogar erhellend sein. Ist es aber nicht.

Es ist nur die übliche gedankenlose Mischung. Ein Platz wird politisch korrekt benannt. Von dem Manne scheint jedoch außer dem Namen weiter nichts bekannt zu sein. Ahnt man in Charlottenburger Amtsstuben denn nicht, dass Walter Benjamin – tief in das ästhetische Innenleben des 19. Jahrhunderts versenkt – diesen Platz verabscheut hätte? Warum tut man ihm postum diesen Tort an? Mehr noch: Der Gestalter dieses Platzes nimmt einige Verszeilen Ezra Pounds für sich in Anspruch, die er letztlich sogar gegen ihren Sinn zitiert. Hauptsache es wird gerühmt. Vielleicht war dem Architekten bekannt, dass dieser Dichter politisch nicht so ganz korrekt war; wäre es anders, hätte er seinen Namen wohl nennen können. Über nähere Bekanntschaft mit dem Werk Pounds scheint Kollhoff aber auch nicht zu verfügen. Sonst käme nicht das Kuriosum zu Stande, dass ein der damaligen italienischen Architektur nicht ganz unähnlicher Platz indirekt auch noch auf eine Rede Mussolinis anspielt.

Walter Benjamin und Ezra Pound hätten sich in politischer Hinsicht wahrscheinlich nicht besonders gemocht – was nicht ausschließt, dass sie nicht angeregt über die Moderne in Kunst und Literatur hätten streiten können. Nun sind sie durch die Namensgebung höheren Ortes und die Eitelkeit eines Architekten in Charlottenburg postum vereint. Zu Ehren des einen ist der Platz benannt; um sich selbst zu ehren, hat Hans Kollhoff den anderen zitiert. Ihre Tragödie ist beendet; es beginnt der Zusammenfall der Gegensätze, die Berliner coincidentia oppositorum.

Der Autor ist Professor für Kulturwissenschaften an der Universität Frankfurt (Oder). „Bei Usura hat keiner ein Haus von gutem Werkstein, die Quadern wohlbehauen, fugenrecht, dass die Stirnfläche sich zum Muster gliedert. “
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2003/0108/feuilleton/0003/

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3 Antworten zu Ezra Pound und das Geldsystem

  1. Wonderland schreibt:

    Passagen und GemeinPlätze

    Aus dem Gelben Forum 18.04.2012 um 14:08 Uhr
    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=253282

    Wo genau bitte findet sich die Gedichtzeile des Lyrikers Ezra Pound auf dem Boden der Leibnizkolonnaden/Walter-Bemjamin-Platz? “Bei Usura hat keiner ein Haus von gutem Werkstein, die Quadern wohlbehauen, fugenrecht, dass die Stirnfläche sich zum Muster gliedert. “
    Ich bezweifle nicht, dass es sie gibt, doch scheint sie überaus dezent angebracht zu sein.

    Nach der Lektüre des Artikels des Herrn Professors für Kulturwissenschaften an der Universität Frankfurt (Oder)
    > https://geldseite.wordpress.com/2012/04/17/ezra-pound-geldsystem-usura/
    habe ich mich zu einem Spaziergang eben dorthin aufgemacht. Davon ein kleiner Erfahrungsbericht.

    Statt der Inschrift kamen mir leider nur die Verbotsschilder um die Wasserspiele vor Augen, die den Kindern den Spaß des Plantschens mit Rücksicht auf die Rutschgefahr versagen. Um nicht stundenlang zu suchen, habe ich die italienischen Kellner aus den beiden Restaurants befragt, die in der geraumen Zeit ihrer beruflichen Anwesenheit auf dem Platze allerdings auch noch nicht über den poetischen Stein des Anstoßes gestolpert waren.

    Restaurants am Abend des 17.04.12: der Edelitaliener war mäßig besucht, ein anderes Restaurant mit Namen Benjamini präsentierte sich proppenvoll besetzt mit einer Gruppe annähernd 50 Jugendlicher, die vermutlich soeben eine Feier begingen. Spaßeshalber hab ich mir auch die Klingelbretter des totgesagten Platzes angesehen: es gab da kaum leere Namesflächen. Jenen Satz kann ich zum angegebenen Zeitpunkt also nicht bestätigen: Die 120 Wohneinheiten und Büros zeichnen sich weithin durch Leerstand aus; unter den Säulen versuchen sich die dafür vorgesehenen Einzelhandelsgeschäfte. So richtig brauchbar ist nichts.

    Ich erinnere den potthäßlichen Parkplatz mit der Brandmauer in den Jahren zuvor und war beeindruckt, welch edles Ambiente der Architekt Hans Kollhoff an dessen Stelle gesetzt hat. Leider wird die Ruhe und Gediegenheit, die die Architektur ausstrahlt, durch den erheblichen Lärm der anliegenden vielbefahrenen Leibnizstraße gestört. Auch das Wasserspiel, das den Autolärm zu mildern beauftragt ist, kann die akustische Belastung nicht verhindern, sondern adsorbiert sie nur partiell im Schall des eigenen Rauschens.

    So muss die Piazza eher eine Passage zwischen zwei parallelen Straßen bleiben, da ihr eine zentrale Lage, worauf die Straßen zuführen, versagt ist. Es sei denn, man könnte noch etwas Zusätzliches aufrichten, eine auf Lücke gesetzte, doppelte (transparente oder begrünte) Wandreihe vielleicht, um sie akustisch zur Hauptverkehrsstraße abzuschirmen. Dass die Kastanie, die auf der Wielandstraßen-Seite vor wenigen Jahren gepflanzt wurde, noch nicht das Flair einer Alteingesessenen aus dem 19. Jahrhundert verbreiten kann, darf man ihr verzeihen. Die Motten hat sie deswegen dieses Jahr jedenfalls noch nicht bekommen.

    Mich stört der hämische Ton, der im genannten Artikels immer wieder angeschlagen wird. Dass das Poem angeblich auf eine Rede Mussolinis referiert, in der dieser „Arbeit für alle, einen angemessenen Lohn und eine menschenwürdige Behausung“ gefordert habe, woran von der Sache her erstmal nichts eigentümlich Faschistisches auszumachen ist, rechtfertigt sachlich nicht den Schluss: Angesichts solch untergründiger Bezüge: hätte sich der Platz nicht den Namen “Benito-Mussolini-Platz” oder wenigstens “Ezra-Pound-Platz” verdient?

    Aber vielleicht geht es ja darum, den Dichter EP auch noch posthum zum Schweigen zu bringen, nachdem er in seinen letzten Lebensjahren ohnehin das Sprechen aufgegeben hat. Dem Diktum des Kultursoziologen und Nachkriegsphilosphenpapstes Adorno folgend, sollten nach Auschwitz ohnehin keine Gedichte mehr erlaubt sein. Die Prediger des Todes beauftragen ihre Kostüme in unterschiedlichen Ateliers.

    Kommen wir abschließend noch einmal zu dem inkriminierten Satz aus dem Pisaer Käfig des inhaftierten Poeten:
    “Bei Usura hat keiner ein Haus von gutem Werkstein, die Quadern wohlbehauen, fugenrecht, dass die Stirnfläche sich zum Muster gliedert. “

    Dass Kollhoff die Usura, den Wucher, für ihn: shareholder value als oberste Instanz und die Dominanz schnellen finanziellen Gewinns über auf Dauer angelegte, ästhetisch-bauliche Entscheidungen nicht schätzt, weil er die Verwahrlosung des Lebensraums Stadt und damit seiner Bewohner befürchtet, lässt sich nachvollziehen.

    Wenn ein Architekt aber das Gespräch mit einem verstorbenen Poeten aufnimmt innerhalb seiner gestaltenden Arbeit, dann dürfte das weniger mit Politik zu tun haben – und auch nicht mit der ihm unterstellten persönlichen Eitelkeit – sondern mit der Erfüllung einer künstlerischen Wette im Sinne des antiken Kunstbegriffs techné. Was Pound und Kollhoff im Focus des ästhetischen Subjekts verbindet ist der Wert, den sie dem Naturstein zubilligen. Nicht umsonst liegt auf dem Grab des Ezra Pound auf der Begräbnisinsel San Michele vor Venedig ein großer, unbehauener Gesteinsbrocken.

    Da es um das Thema Bauen-Leben-Steine geht kommen wir zu folgendem Schluss: Hans Kollhoff ist es an eben jenem Platz gelungen, mit modernen Mitteln, insbesondere dem Einsatz des Baustoffs Beton in geschichteten Platten, Effekte zu erreichen, die man sonst nur dem Naturstein entnehmen kann. Dazu etwas hier.

    Somit ist er über Pounds hypostasierte Grenzen hinausgegangen ohne dessen Anspruch auf menschenwürdige Wohnqualität aufzugeben, was doch recht eigentlich ein Grund zur Freude ist. Dagegen hätte Walter Benjamin, dem der Platz, der eigentlich eine Passage ist, gewidmet wurde, sicherlich nichts einzuwenden gehabt.

    Im überhistorischen Gesetz der Antigone, das vorschreibt, seine Toten zu begraben, können Kollhoff, Benjamin und letzlich auch Pound sich eher zusammenfinden, als im politischen Gesetz des Kreon, das die Feindschaft über den Tod hinaus verewigt. Das wäre meine Wette in diesem Fall. Lassen wir doch die Schaffenden ihre Verwandten aus der Familie der Künstler begraben an dem Ort ihrer Freiheit: im lösenden, erlösenden Werk.

    Gruß,
    Alice WL

  2. Pingback: Anchesenpaaton – Eine Frau am Rande der Zeit | Was ist denn eigentlich Geld?

  3. maurice dubois schreibt:

    Pounds Usura Canti sind tiefe Wahrheit. Kann ich als Kuenstler nur bestaetigen: heute in der Zeit der vielMilliarden ist Kunst, ist Architektur auf niedrigstem Niveau angekommen. Gefressen wird Industrieschwein und getrunken aus dem Pappbecher. Kunst wird im Internet nebenbei wahrgenommen wenn ueberhaupt. Pound soll sich für den Ethiopienkrieg ausgesprochen haben ( waere zu verifizieren) Wenn so dann war das aus humanistischer Sicht ein Fehler. Gleiches gilt fuer Leute wie Goebbels und seine Nazis. Der Rassismus und Judenhass war ein gigantischer Fehler. Aber waren andere nicht auch Rassisten? Der Belgier Leopold hackte die Haende nicht von Weissen aus Charleroi sondern von Schwarzen im Kongo ab für seinen unsaeglichen Raubzug. Warum wurde Martin Luther King in den 60er Jahren ermordet? Ist Rassismus gegen Schwarze nicht ebenso schlimm wie gegen Juden?
    Hat Churchill nicht auch antisemitische Pamphlete geschrieben? Der Rassismus war eine allgemeine Erscheinung der kolonialen Welt. Eigentlich war Rassismus fuer Hitlerdeutschland von nachgeordneter Bedeutung, denn Deutschland hatte nach dem 1.Weltkrieg im Gegensatz zu allen anderen KEINE Kolonien. Fuer den Kolonialismus war es wesentlich, „wissenschaftlich“ zu beweisen, dass die kolonisierten Voelker / Rassen minderwertig waren. Heute ist es für die Grosskonzerne wichtig, die schlausten Koepfe der Welt aller Rassen einzukaufen. Deshalb haben wir den Multikultisalat. Ein Gelber, Brauner, Grüner ist genausoviel wert wie ein Weisser.
    Und alle haben sich dem Konkurrenzdruck der Kapitalverzinsung zu beugen!
    Im Gegensatz zu Leopold hat Pound etwas für die Weltgemeinschaft geleistet. Und ihr Deutschen solltet endlich anfangen eure Geschichte 1.aus damaliger Sicht und 2. in ihrer GESAMTHEIT zu rezipieren. Da ist noch alles zu tun. Die Architektur die hier abgebildet ist koennte von einem Berliner Bezirksbaumeister der 50er Jahre stammen. Geist und talentlos, zum einschlafen.

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