Nikolaus von Oresme – de mutatione monetae

Portiuncula – den letzten im Quartember beißen die Hunde:

Seine Schrift “de mutatione monetae” brachte die scholastische Lehre regelrecht zum Einsturz. Im wesentlichen verwendet von Oresme Termini der Transsubstantiationslehre und handelt dabei in ganz profaner Weise das Geldwesen ab. Zunächst einmal fällt die Sprengkraft dieser Schrift aufgrund des Mentalitätswechsels dem zeitgenössischem Leser gar nicht auf.


Nikolaus von Oresme (Nicolaus Oresmus)

Sie handelt die Münzverfälschung in Frankreich zur Zeit Phillip des Schönen ab (und damit implizit auch die Zeit des Untergangs des Templerordens). Nikolaus von Oresme war dabei Antinominalist und nach Karl Rahner der bedeutendste abendländische Philosoph des
14. Jahrhundert. In seiner Funktion als Kaplan stand er maßgeblich Pate bei der Schöpfung des Französischen Franc im Jahre 1356.


Phillip der Schöne

Oresme vertrat vehement die Auffassung, daß das Geld “dem Volk” gehört, also als öffentliches Gut zu sehen sei. Tatsächlich wurde bis zum Erscheinen seiner Schrift die mutatio bzw. renovatio als Wiedergeburt, Erneuerung bzw. Verwandlung des Auferstehungsleibes definiert. Dies geschah innerhalb der Scholastik und natürlich in allegorischer Weise.


Albert der Große (Albertus Magnus)

Thomas von Aquin bzw. Albert dem Großen zufolge wurde der Auferstehungsleib als Analogie zur materia prima definiert. Diese metallische Flüssigkeit ist heute noch als Liquidität bekannt.

Schon Paulus ( der erste christliche Theologe ) wollte dem himmlischen Leib ein glänzendes Kleid überziehen. Im Mittelalter geschah eben dies (später als Abgötterei insbesondere durch Th. Müntzer verworfen); wobei das richtige “Schrot und Korn” jedoch genau beachtet wurde (soweit technisch möglich).


Thomas von Aquin (Heiliger)

Als Totenmaske des Christus führte die Münze zur Verdinglichung der christlichen Religion, was im 16. Jahrhundert als zauberisch bzw. magisch verworfen wurde.

Als wichtigste Nebenströmung zur Scholastik muß in diesem Zusammenhang der Neuplatonismus hervorgehoben werden. Dieser geriet im 15. Jahrhundert erneut in den Verdacht der Häresie und wurde seit der Renaissance innerhalb der kirchlichen Lehre ausgetilgt. Die Inquisition beseitigte im 16. Jahrhundert die Reste der einst magischen Religionslehre des Mittelalters. Giordano Bruno war einer der letzten Vertreter dieser hermetischen Lehre der Transsubstantiation (mutatio).

Siehe dazu auch “Der Universalienstreit” (Verlinkung erfolgt morgen)

About these ads
Dieser Beitrag wurde unter Nikolaus von Oresme de mutatione monetae abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Nikolaus von Oresme – de mutatione monetae

  1. Pingback: Der Universalienstreit und das Geld | Was ist denn eigentlich Geld?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s